Bienen & CO
Bienen sind die stillen Helden der Natur – sie bestäuben Blüten, sichern unsere Ernährung und bilden mit ihren Verwandten wie Hummeln, Wespen und Hornissen das System bestäubenden Insekten.

DAS BIENENJAHR IM ÜBERBLICK
Unsere Bienen haben einen bestimmten Jahreszyklus, der von den klimatischen Bedingungen unserer Umgebung abhängig ist. Prinzipiell ist der Jahreszyklus der Bienen immer gleich, kann sich aber um Wochen je nach Wetter und Volksentwicklung verschieben.
Deshalb müssen wir Imker die Natur und die Bienenvölker immer beobachten. So treffen wir die richtigen Zeitpunkte für die notwendige Arbeit am Bienenvolk..
Absteigende Entwicklung (August bis Oktober)
Im Spätsommer, etwa ab August, bereiten sich die Bienen auf die bevorstehende kalte Jahreszeit vor. Die Wachsproduktion wird eingestellt, und die letzten Pollen werden gesammelt. Kleine Öffnungen und Spalten im Bienenstock werden mit Propolis, einem von den Bienen produzierten Harz, abgedichtet, um den Stock vor Zugluft und Eindringlingen zu schützen. In dieser Phase schlüpfen die langlebigen Winterbienen, die das Volk durch den Winter bringen sollen. Da Drohnen ihre Hauptaufgabe, die Begattung von Königinnen, erfüllt haben, werden sie nun von den Arbeiterinnen aus dem Stock gedrängt, um die wertvollen Nahrungsreserven zu schonen.
- Gegen Ende September reduziert die Königin ihre Eiablage erheblich oder stellt sie ganz ein, während die Arbeiterinnen die letzten Honigvorräte für den Winter anlegen. Mit sinkenden Temperaturen im Oktober werden die Aktivitäten im Stock weiter reduziert, und die Bienen fliegen nur noch an wärmeren Tagen aus.
Winterruhe (Oktober bis Februar)
Sobald die Temperaturen dauerhaft sinken, beginnt die Winterruhe. Die Bienen bilden eine dichte Traube, die sogenannte Wintertraube, um Wärme zu speichern. Die Königin befindet sich im Zentrum dieser Traube, wo es am wärmsten ist. Durch Vibrationen ihrer Flugmuskulatur erzeugen die Bienen Wärme, um die Temperatur im Inneren der Traube auf etwa 30°C zu halten. Dabei wechseln sie regelmäßig ihre Positionen, sodass ausgekühlte Bienen von außen ins Innere wandern können, um sich aufzuwärmen. Während dieser Zeit findet keine Brutaktivität statt, und die Bienen zehren von ihren angelegten Honigvorräten.
- An wärmeren Tagen, wenn die Temperaturen über 10°C steigen, unternehmen die Bienen Reinigungsflüge, um ihre Kotblase zu entleeren und den Stock zu säubern.
Aufsteigende Entwicklung (März bis April)
Mit dem Frühling und steigenden Temperaturen erwacht das Bienenvolk zu neuem Leben. Die Königin beginnt erneut mit der Eiablage, und die ersten Sommerbienen werden aufgezogen. Die Arbeiterinnen sammeln nun vermehrt Pollen und Nektar, um die wachsende Brut zu versorgen und neue Vorräte anzulegen. Die erhöhte Nahrungszufuhr und die längeren Tage fördern das Wachstum des Volkes, das sich auf die kommende Trachtzeit vorbereitet.
- In dieser Phase ist das Blütenangebot entscheidend für die Entwicklung des Bienenvolkes, da es den Grundstein für die kommende Honigproduktion legt.
Sommer (Mai bis Juli)
Der Sommer stellt den Höhepunkt der Volksentwicklung dar. Die Königin legt täglich bis zu 1.500 Eier, wodurch die Population des Stocks auf bis zu 50.000 Bienen anwachsen kann. Das reichhaltige Blütenangebot ermöglicht es den Bienen, große Mengen an Nektar und Pollen zu sammeln, die zu Honig verarbeitet und als Wintervorrat eingelagert werden.
In dieser Zeit kann es auch zur Schwarmbildung kommen: Ein Teil des Volkes verlässt mit der alten Königin den Stock, um eine neue Behausung zu suchen, während im zurückbleibenden Teil eine neue Königin herangezogen wird. Dieses natürliche Vermehrungsverhalten sichert das Überleben und die Verbreitung der Art.
Bienenleistung
Für 500g Honig fliegt eine Biene ca. 33 000 Mal aus. Von der Leistung, die das Einzelvolk erbringt, erntet der Imker den Überschuss (etwa 10 bis 30 kg).
Von einem Sammelflug bringt eine Arbeiterin 25 bis 35 mg Nektar oder bis zu 2,3 Millionen Pollenkörner zum heimischen Volk zurück.
Mit ihrem Flug von Blüte zu Blüte bestäuben die Bienen unsere Wild- und Nutzpflanzen. Sie sorgen somit für reichen Fruchtansatz und sichern auch Wildtieren die Nahrungsgrundlage.
Eine Biene im Flug erreicht bis zu 30 km/h, dabei schlägt sie mit ihren Flügeln 180 bis 250 Mal in der Sekunde.
Wenn Bienen nicht fliegen, sondern an heißen Tage zum Kühlen die Luft fächeln, können sie sogar bis zu 7500 Schläge in der Minute mit den Flügel schlagen.
Wissenswertes über Bienen
Bienen gehören zu den Staaten bildenden Insekten. Zu einem Bienenvolk gehören:
- eine Königin als begattetes Weibchen (Weisel),
- mehrere Hundert Drohnen (männliche Bienen),
- 30 000 bis 60 000 Arbeiterinnen.
Die Arbeiterinnen haben im Laufe ihres rund 60 Tage währenden Lebens immer wieder neue Aufgaben zu bewältigen:
- Putzen und Säubern der Zellen,
- Ammen für die Bienenlarven,
- Baumeister der Waben,
- Sammeln des Nektars,
- Bereitung des Honigs,
- Verarbeitung der Pollen (Blütenstaub),
- Herstelluing des königlichen Futtersaftes (Gelée Royale)
- Sammeln von Vorräten
Mit Hilfe ihrer Tanzsprache teilen Honigbienen ihren Kolleginnen im Stock mit, wo und wie weit entfernt sich eine ergiebige Futterquelle befindet.
Was Tun...?

... Bei einem Bienenstich
In der Regel sind Bienenstiche von Bienen völlig ungefährlich. Allerdings gibt es Menschen, die allergisch reagieren, und somit ernsthaft gefährdet sind. Hier ist es ratsam, besonders aufzupassen und nach einem Stich einen Arzt aufzusuchen.
Generell kann eine Schwellung an der Stelle des Stichs auftreten, die nach zwei, drei Tagen wieder abklingt. Unschön ist es nur, wenn Stiche im Gesicht platziert werden...
... Nach einem Bienenstich
Zuerst sollte der Stachel entfernen werden, weil der durch seine Widerhakten meist noch in der Haut steckt. Dabei den Stachel unterhalb der Giftblase fassen und herausziehen oder mit einem Fingernagel oder einem flachen Gegenstand (z.B. Taschenmesser) den Stachel seitlich wegschaben.
Fasst man mit zwei Fingern den Stachel, passiert es, dass man die Giftblasse zusammendrückt und das Restgift unter die Haut spritzt.
Danach sollte man versuchen, den Stich auszusaugen und ein schmerzlinderndes Mittel auftragen. Manche schwören auf eine aufgeschnittene Zwiebel, andere auf Zitronen, die man eine Weile auf den Einstich drücken soll. Gut ist auch zerkauter Spitzwegerich, den man an vielen Wegrändern findet. Schwellungen bis 10 cm Durchmesser können noch als normal angesehen werden.
... bei einer allergischen Reaktion
Manche Menschen reagieren auf einen Insektenstich allergisch mit Symptomen wie Hautausschlag, starken Schwellungen, Hitzewallungen oder Übelkeit. Sollte sich heraustellen, dass Kreislaufprobleme, Schwindel, Herzrasen oder Atemnot eintreten, muss sofort Hilfe gerufen werden (Arzt, Notarzt usw.), denn es kann im Extremfall auch zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock kommen. Die Wahrscheinlichkeit, an einem allergischen Schock mit Todesolge auf Grund eines Insektenstichs zu sterben, ist allerdings nach statistischen Untersuchungen etwa so groß, wie durch einen Blitzschlag ums Leben zu kommen.
... um einen Bienenstich zu vermeiden
Viele Menschen haben Angst vor Bienen, bzw. davor, von einer Biene gestochen zu werden. Anders als manche anderen Insekten stechen Bienen nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihren Bienenstock in Gefahr sehen. Die größte Wahrscheinlichkeit, von einer Biene gestochen zu werden ist, wenn man eine Biene versehentlich quetscht.
In der Nähe eines Bienenstandes sollte man sich ruhig zu verhalten. Dann kann man unterscheiden, ob eine Biene gereizt schwirrt und angreifen möchte oder ruhig summend auf Sammelflug ist. Hektische Bewegungen reizen Bienen in der Nähe des Stocks zum Angriff, langsame stören sie nicht.
Gehen sie niemals direkt vor das Flugloch, meiden sie die Einflugschneise. Parfüm oder Rasierwasser können die Bienen reizen, auch starker Schweißgeruch.
Wenn Sie Bienen beobachten wollen, verhalten Sie sich ruhig, nicht nach den Bienen schlagen. Die Sammlerin auf der Blüte ist harmlos, es sei denn, Sie treten (barfuss) auf diese. Der Bienenstich ist dann ein verständlicher, wenn auch schmerzhafter Akt der Selbst- Verteidigung. Die Biene bezahlt den Stich mit ihrem Leben. Muss man sich längere Zeit in der Einflugschneise eines Bienenvolkes aufhalten, empfiehlt sich daher eine Kopfbedeckung.
WEspen, Hummeln, Hornissen & CO.
Nicht nur Bienen sind die stillen Helfer im Garten: Sie bestäuben Pflanzen, balancieren das Ökosystem und sind für die Natur fast genauso wertvoll wie ihre gelb-schwarz gestreiften Kollegen.

Wespen & Co.
In Mitteleuropa gibt es fast 500 verschiedene Wespenarten. Jedoch können nur zwei dieser Arten Anfliegen von Menschen und süßen Getränken und Speisen zeitweise im Jahr zu einem Problem werden.
Die Deutsche Wespe (Paravespula germanica) und die Gemeine (Gewöhnliche) Wespe (Paravespula vulgaris) lassen sich an der Kaffeetafel, im Schwimmbad oder in Biergärten blicken. Diese beiden Arten stehen - wie die Menschen - auf süße Speisen oder Getränke.
Weitere neun Arten staatenbildender (sozialer) Faltenwespen sind in der Regel völlig harmlos. Zu ihnen gehört auch die größte Wespenart, die Hornisse (Vespa crabro). Wespenvölker lösen sich im Herbst auf, lediglich die Königinnen überwintern und beginnen im nächsten Frühjahr mit einem neuen Nestbau. Ein einmal besetztes Wespennest wird nicht wieder besiedelt. Beachtet man einige Regeln, so kann man im Spätsommer unangenehme Auseinandersetzungen mit Wespen vermeiden.
Wespen, Hornissen, Hummeln & Co. bestäuben Pflanzen, fangen als natürliche Schädlingskontrolle lästige Insekten und sind damit unverzichtbare Helfer für einen gesunden Garten und eine intakte Natur.
Hummeln gehören zu den staatenbildenden Insekten. Ein Hummelstaat besteht meist aus etwa 50 bis 600 Tieren und einer Hummelkönigin. Wie bei den Bienen sind die meisten Tiere des Staates Arbeiterinnen, aber auch Drohnen und Jungköniginnen sind vorhanden. Ein Volk überlebt in Europa nur einen Sommer und geht am Ende des Jahres ein.
Übrigens: Die Hummel hat 0,7 qcm; Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der physik und der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel weiß das aber nicht und deshalb fliegt sie trotzdem!

Schutz vor Wespen...
Schutz vor Wespen im Freien
- im Gras oder auf Wiesen mit Schuhen laufen.
- zuckerhaltige Lebensmittel oder Genussmittel immer bedeckt im Freien stehen lassen.
- Gläser oder Becher mit Limonade, Fruchtsäften oder Bier immer mit einem Deckel abdecken.
- Direktes Trinken aus Dosen und Flaschen vermeiden. Besonders für Kinder gilt: Benutze einen Strohhalm.
- Kindern nach dem Genuss von Eis, Süßigkeiten oder Limonade den Mund feucht abwischen.
- Vorsicht beim Verzehr von Speisen und Getränken nach Anbruch der Dunkelheit im Freien z. B.. auf Gartenpartys oder Grillfeiern.
- Tische nach den Mahlzeiten abräumen und Speisereste abwischen.
- Abfallbehälter sorgfältig verschließen, vorsichtig sein, beim Einwerfen von Müll in nicht abgedeckte Abfallbehälter z. B.. auf Spielplätzen und Schulhöfen.
- Wespen den Zugang zu Innenräumen durch geeignete Vorhänge versperren. Gerade Hornissen fliegen bei warmem Wetter auch nachts, sie werden vom Licht angelockt und können sich so in Innenräume verirren.
Schutz in der Wohnung
- Die Fenster von beleuchteten Räumen während der Nutzung verschlossen halten, sobald es dunkel wird.
- Fliegengitter oder Fliegennetze vor den Fenstern anbringen.
- Lüftungsöffnungen und Schächte abdichten.
- Anbringen von Perlenschnüren oder Flatterbändern an Balkon- oder Terrassentüren.
- Befindet sich eine Wespe oder Hornisse in der Wohnung, einfach das Licht ausschalten und 15 Minuten warten. Das Tier sollte sich neu orientieren und wieder nach draußen fliegen.
- die Wespe oder Hornisse mit einem Becher fangen, ein Stück Papier unterschieben und das Tier im Freien entlassen.
Schutz vor Nestbau im Haus
- Vorhandene Hohlräume an Gebäuden verschließen. Man bietet hierdurch keine Nistplatzmöglichkeiten für Wespen im unmittelbaren Lebensbereich an.
- Hohlräume an Gebäuden verfüllen,
- Zu- und Abluftöffnungen sowie Schächte an Gebäuden mit Fliegengitter verschließen
- Nischen von Fenstern abdichten.
- Hohlräume im Steingarten und Mäuse- oder Maulwurfslöcher im Rasen mit Erdreich zuschütten,
- Die Einfahröffnung an Rollladenkästen durch Anbringen einer Profilgummi-, Bürsten- oder Aluminiumleiste schützen (s. z.B. Rolladenabdichtungssystem HS1).
Die Asiatische Hornisse
Die Asiatische Hornisse im Landkreis Main-Kinzig-Kreis:
Aufmerksam beobachten, fachgerecht melden, ruhig bleiben

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gilt in Deutschland und damit auch in Hessen als etabliert, weshalb eine Umstufung der Asiatischen Hornisse erfolgt ist. Ihre schnelle Verbreitung in Städten und Kreisen wie Main-Kinzig-Kreis kann, trotz der immensen Anstrengungen der Naturschutzverwaltung weder in Hessen noch in den benachbarten Bundesländern verhindert werden, sodass sie am 24. März 2025 bundesweit als „weit verbreitet“ (Art. 19 der EU-VO Invasive Arten) eingestuft wurde.
Die Asiatische Hornisse gilt damit in ganz Deutschland und somit auch in Gelnhausen als etabliert und unterliegt zukünftig den Regularien des Managements und nicht mehr denen der umfangreichen Früherkennung, die mit einer sofortigen Beseitigungspflicht der Nester der Asiatischen Hornisse einherging. Aufgrund der Umstufung der asiatischen Hornisse stellt die Landesnaturschutzverwaltung in Hessen die Beseitigung von Nestern der Asiatischen Hornisse mit Landesmitteln, für zum Beispiel die Initial- und Primärnester, ab dem heutigen 1. August 2025 ein.
Es ist zu erwarten, dass die Asiatische Hornisse sich auch in Hessen ausbreiten wird.
Die Naturschutzverwaltung von Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen hatte bislang die Bekämpfung der Art, in Form der Beseitigung der Nester fortgeführt. Damit wollte man einerseits die Initial- und Primärnester mit neuen Königinnen noch bekämpfen und die Gelegenheit geben, die durch die Naturschutzverwaltung aufgebauten digitalen Meldestrukturen zur Verfügung zu stellen. So können Nester der Asiatischen Hornisse Main-Kinzig-Kreis über den WhatsApp-Button des Portals Vespa velutina NRW gemeldet werden.
Am 01.08.2025 trat die amtliche Umstufung der Asiatischen Hornisse in Kraft
Beseitigungsmaßnahmen werden von der Unteren Naturschutzbehörde Main-Kinzig-Kreis nur noch bei deutlich erkennbaren negativen Auswirkungen auf die Biodiversität umgesetzt.
Für die Früherkennung und der damit einhergehenden Bekämpfung einer invasiven Art wie der Asiatischen Hornisse in Nordrhein-Westfalen sind die Unteren Naturschutzbehörden der Kreise und kreisfreien Städte zuständig. Für die jetzt als etabliert geltende Asiatische Hornisse entfällt nicht nur der aufwendige 3-stufige Notifizierungsprozess (Melde- und Nachweisprozess, wissenschaftliche Begleitung) gegenüber der EU sondern auch die Verpflichtung zur sofortigen Bekämpfung zur Beseitigung von Nestern der Asiatischen Hornisse in Gelnhausen in einem frühen Stadium, um eine Invasion zu unterbinden. Die Untere Naturschutzbehörde in Gelnhausen hat somit nicht mehr die Aufgabe, jedes Nest der Asiatischen Hornisse zu beseitigen. Ein bundesweit einheitliches Management- und Maßnahmenblatt für die Asiatische Hornisse mit Empfehlungen für geeignete Maßnahmen wird durch das Land Hessen zur Verfügung gestellt.
Ursprünglich durch die EU-Kommission zur Früherkennung eingestuft (gem. Art. 16 EU-VO Nr. 1143/2014, gelistet ab 03.08.2016), wird sich die Asiatische Hornisse in Main-Kinzig-Kreis auch bei massiver Bekämpfung stark ausbreiten. Grund hierfür ist vor allem der Klimawandel, der zu milderen Wintern und erheblich wärmeren und trockeneren Sommern führt. Das begünstigt die erfolgreiche Fortpflanzung und die Weiterverbreitung der Asiatischen Hornisse. Mit der Weiterverbreitung dieser invasiven Hornisse ist zukünftig eine stärkere Schädigung der Biodiversität zu erwarten. Das gilt besonders für Insekten und vor allem auch für die Honigbiene.
Die Bieneninstitute der Bundesländer, darunter das Fachzentrum für Bienen und Imkerei (FBI) des Dienstleistungszentrums Westerwald-Osteifel befasst sich seit einigen Jahren intensiv mit der Asiatischen Hornisse in Bezug auf die Imkerei (Forschung, Beratung, Wissenstransfer). Schäden in der Imkerei durch die Asiatische Hornisse werden im Jahresverlauf erst ab Ende August beziehungsweise September erwartet. In den vergangenen Jahren waren Bienenstände in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zwar betroffen, allerdings bisher in überschaubarem Rahmen.
Was gilt es im Umgang mit der Asiatischen Hornisse im Landkreis Main-Kinzig-Kreis zu beachten?
- Informationen für Haus- und Grundstückseigentümer im Landkreis Main-Kinzig-Kreis:
Für Grundstückseigentümer und Hausbesitzer im Landkreis Main-Kinzig-Kreis besteht nach wie vor, auch nach der Umstufung der Asiatischen Hornisse, grundsätzlich keine Pflicht die Nester dieser invasiven Hornissenart zu entfernen. Das Entfernen der Hornissennester darf nur durch eine sachkundige Fachperson (beispielsweise Kammerjäger, Schädlingsbekämpfer, Wespen- und Hornissenberater), beruflich wie ehrenamtlich, erfolgen. Die entstehenden Kosten der Bekämpfung der asiatischen Hornisse müssen zukünftig vom Hausbesitzer bzw. Grundstückseigentümer im Landkreis Main-Kinzig-Kreis selbst getragen werden, sofern die eigene Gebäude- oder Hausratversicherung nicht einspringt. Eine vorherige Prüfung der Hausratversicherung oder der Gebäudeversicherung ist ratsam, soweit keine Verpflichtung besteht. Die Beseitigung von Nestern der Asiatischen Hornisse in Main-Kinzig-Kreis sowie die mögliche Anwendung von Bioziden zur direkten Bekämpfung fallen in den Bereich der Unteren Naturschutzbehörde in Gelnhausen bzw. der Gefahrenabwehr im Rahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes (vgl. Eichenprozessionsspinner). Ab 1. August haben die Ordnungsämter der Gemeinden und Städte in Main-Kinzig-Kreis die Verantwortung, soweit von Nestern der Asiatischen Hornisse Gefahren zum Beispiel in den öffentlichen Raum ausgehen. Im Einzelfall kann als Schutzmaßnahme die Entfernung auch auf Privatgrundstücken veranlasst werden, z. B. wenn das Grundstück an eine Schule oder einen Kindergarten angrenzt.
Zwar entfällt mit der Umstufung der Asiatischen Hornisse auch die Meldepflicht an die Behörde, allerdings konnten nur aufgrund der sehr vielen eingehenden Meldungen in den letzten Jahren, umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen von Nestern der Asiatischen Hornisse durchgeführt werden. Daher wird die Verbreitung der Asiatischen Hornisse auch in Main-Kinzig-Kreis weiterhin erfasst. Vorkommen der Asiatischen Hornisse im Main-Kinzig-Kreis können mit Fotos und Standortangaben über die WhatsApp-Funktion dieser Seite weiterhin gemeldet werden.
- Informationen für Landwirtschaft, Wein- und Obstbau im Landkreis Main-Kinzig-Kreis:
An den Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) Nordrhein-Westfalen wird das Auftreten und die Ausbreitung von Vespa velutina unter dem Aspekt möglicher Schäden in Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau auch nach der Umstufung der Asiatischen Hornisse beobachtet. Im Fokus stehen dabei der Weinbau und der Obstbau. Bisher liegen dem DLR keine Hinweise zu Schäden durch Vespa velutina in diesen Kulturen in Hessen vor. Derzeit sind keine Pflanzenschutzmittel für eine direkte Bekämpfung zugelassen.
- Informationen für die Imkerei im Landkreis Main-Kinzig-Kreis:
Das Fachzentrum für Bienen und Imkerei (FBI) des Dienstleistungszentrums Westerwald-Osteifel befasst sich mit der Asiatischen Hornisse in Bezug auf die Imkerei (Forschung, Beratung, Wissenstransfer). Interaktionen zwischen der Asiatischen Hornisse und der Honigbiene werden im Jahresverlauf erst ab Ende August bzw. September erwartet. In den vergangenen Jahren waren Bienenstände in Hessen zwar von Attacken der Asiatischen Hornisse betroffen, allerdings bisher in überschaubarem Rahmen. Wie sich die Ausbreitung bzw. Verdichtung der Asiatischen Hornisse in Hessen nach der amtlichen Umstufung der Asiatischen Hornisse weiterentwickeln und auswirken wird, wird beobachtet. So ist das FBI an einem Projekt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit vier weiteren Ländern beteiligt, das die Ausbreitung und die Auswirkung der Asiatischen Hornisse insbesondere auf die Imkerei untersucht. In dem von der BLE finanzierten Forschungsprojekt „Untersuchung zur bienenschädlichen Wirkung von Vespa velutina und Managementmaßnahmen zum Schutz von Honigbienen“ wird das FBI auch nach der Umstufung der Asiatischen Hornisse die Interaktionen von Vespa velutina und Honigbienen untersuchen, um daraus mögliche Abwehr- und Schutzstrategien abzuleiten. Außerdem berät das FBI betroffene Imkerinnen und Imker und bot in den Jahren 2024 und 2025 im Rahmen des Wissenstransfers Kurse zur Asiatischen Hornisse an.


